
Für das laufende Haushaltsjahr 2026 plant der Landkreis Ludwigsburg mit einem Defizit von 15 Mio. Euro, für das kommende Jahr sieht die Prognose nicht besser aus. Da zum Ausgleich unter anderem die Kreisumlage erhöht wurde, also die Abgaben der Städte und Gemeinden an den Landkreis, trifft dies auch uns in Sachsenheim ganz direkt.
Der SPD-Ortsverein hatte darum die für den Wahlkreis Sachsenheim-Bönnigheim-Erligheim gewählte Kreisrätin Dorothea Bechtle-Rüster eingeladen, um mehr über die aktuelle Lage zu erfahren.
Bechtle-Rüster schilderte, wie vor allem im Bereich der staatlich auferlegten Pflichtaufgaben die Kosten davonlaufen. Eines der in vielen Landkreisen thematisierten Beispiele ist etwa das Thema Eingliederungshilfe für Menschen mit Behinderungen, das einen hohen personellen Aufwand verursacht. Den Landkreisen sei diese Aufgabe qua Bundesgesetz ohne nachhaltige Gegenfinanzierung übertragen worden, was nun die finanziellen Spielräume einenge. Ein weiterer Kostentreiber ist die Lage in den beiden Krankenhäusern Ludwigsburg und Bietigheim. Vor allem durch den überproportionalen Einsatz von Leiharbeitern waren die Personalkosten hier stark gestiegen. Dies hätte die neue Klinikleitung jedoch durch optimierte Personalplanung ansatzweise in den Griff bekommen.
Sie stelle zuletzt infrage, inwieweit das vom Kreis in dieser Form geplante Krisenreaktionszentrum tatsächlich notwendig sei und ob es dafür tatsächlich einen kompletten Neubau auf der Grünen Wiese bräuchte, wenn gleichzeitig eine Reihe von gut angebundenen Gewerbeimmobilien aktuell leer stehe. Sie hob ebenfalls positiv hervor, dass die aktuellen Sparbemühungen im Sozialbereich nun gemeinsam mit den Wohlfahrtsverbänden ausgearbeitet würden, wodurch sie zielgerichteter wirken sollten.
Firdevs Sahin als Ortsvereinsvorsitzende bedankte sich bei Dorothea Bechtle-Rüster, zeigte sich aber unter anderem enttäuscht darüber, dass auch notwendige Modernisierungsmaßnahmen an den beruflichen Schulen des Landkreises aufgeschoben werden. Gerade bei der Ausbildung junger Fachkräfte dürfe nicht gespart werden, wolle man an wirtschaftlich erfolgreiche Zeiten anschließen.