Kreis-SPD unter neuer Führung

Veröffentlicht am 13.06.2016 in Kreisverband

Bietigheimer Zeitung Montag, 13. Juni 2016

 

Kreis-SPD unter neuer Führung Macit Karaahmetoglu zum Vorsitzenden gewählt – Amtsvorgänger Lars Barteit geht zur OECD

Am Samstag hat die Kreis-SPD einen neuen Vorstand gewählt. Als Nachfolger von Lars Barteit (Murr) wurde Macit Karaahmetoglu (Ditzingen) zum neuen Vorsitzenden nominiert.

 

 

GÜNTHER JUNGNICKL

Tamm. Bis auf den letzten Platz besetzt war die Tammer Kelter am Samstagvormittag. Denn 104 Delegierte des mit rund 1500 Mitgliedern sechstgrößten SPD-Kreisverbands im Land waren angetreten, einen neuen Vorstand zu wählen.

Der erst vor zwei Jahren zum Kreisvorsitzenden gekürte Lars Barteit aus Murr hatte frühzeitig angekündigt, dass er aus beruflichen Gründen auf eine Wiederwahl verzichten und auch sein Mandat im Eberdinger Gemeinderat niederlegen müsse (die BZ berichtete). Jurist Barteit, der bisher als Regierungsdirektor im baden-württembergischen Kultusministerium tätig war, geht nämlich zur OECD nach Paris.

Um seine Nachfolger hatten sich zwei seiner bisherigen Stellvertreter beworben: Der 47-jährige Rechtsanwalt Macit Karaahmetoglu aus Ditzingen und der 27 Jahre alte Betriebswirt und Bankangestellte Thomas Utz vom Ortsverein Murr.

Dabei setzte sich Karaahmetoglu knapp mit 55 Stimmen gegen seinen Kontrahenten Utz (49 Stimmen) durch. Zu seinen vier Stellvertretern wurden Elke Kogler (Ortsverein Hemmingen), Stefanie Liepins (Ludwigsburg), Yannick Schulze (Ludwigsburg) und Daniel Haas (Pleidelsheim) gewählt. Utz hatte auf eine Kandidatur verzichtet.

Mit Macit Karaahmetoglu übernimmt kein Unbekannter den Parteivorsitz. Schließlich ist der Sohn eines türkischen Gastarbeiters seit 2006 im Kreisvorstand und seit sieben Jahren als stellvertretender Kreisvorsitzender unterwegs. Er ist auch schon für die SPD als Kandidat für den Bundestag angetreten. Seit 2008 leitet er den drittgrößten Ortsverein der Kreis-SPD in Ditzingen.

Als Chef eines Rechtsanwaltbüros mit 25 Mitarbeitern in Ditzingen versprach Macit Karaahmetoglu in Tamm, sich als Kreisvorsitzender künftig „mit Fleiß und viel Engagement“ für die Partei einzusetzen. „Denn ich kann mir viel Zeit dafür nehmen, da ich meine Termine in der Kanzlei selbst bestimmen kann“, sagte der 47-Jährige.

Der neue Kreisvorsitzende kam erst mit elf Jahren aus der Türkei nach Deutschland und wurde in der Hemminger Hauptschule eingeschult. Doch mit beispielhafter Energie und dank seines unbändigen Ehrgeizes schaffte es der junge Mann über den zweiten Bildungsweg bis zum Abitur und durfte als Arbeitersohn – dank Bafög – anschließend Jura studieren. Vor 18 Jahren gründete er seine Societät.

Überörtlich bekannt wurde Karaahmetoglu, als er den Fall der in Offenbach getöteten Studentin Tugce übernahm. Er engagierte sich auch bei der Organisation Anmnesty International sowie für den Arbeitersamariterbund (ASB) Stuttgart, dessen Vorsitzender er ist. In dieser Funktion wurde er auch zum stellvertretenden ASB-Landesvorsitzenden gewählt.

Politisch möchte Karaahmetoglu so bald als möglich die schmerzliche Wahlniederlage der Sozialdemokraten bei der Landtagswahl 2016 vergessen lassen. Dafür müsse die SPD jedoch ihr Profil als Garant für soziale Gerechtigkeit wieder schärfen und die Führungsrolle bei kritischen Themen beanspruchen, forderte er: „Bei Stuttgart 21 haben wir die kritische Rolle den Grünen überlassen, diesen Fehler dürfen wir bei TTIP nicht wiederholen.“ Wenn nicht sicher sei, dass deutsche Standards bei Arbeit, Umwelt und Verbraucherschutz erhalten bleiben und private Schiedsgerichte nicht ausgeschlossen werden, dürfe die SPD dem TTIP-Vertrag nicht zustimmen.

Karaahmoglu forderte ferner, dass sich die Partei um Themen der Zukunft kümmere: Energiewende, Verbraucherschutz, Digitalisierung und deren Sozialverträglichkeit. In der Vergangenheit hätten es die Sozialdemokraten versäumt, auf ihre Erfolge hinzuweisen, wie etwa die abschlagsfreie Rente ab 63 (bei 45 Beitragsjahren), den Mindestlohn, die Erhöhung des Bafög, die Frauenquote, die Mietpreisbremse, das Bestellerprinzip bei der Wohnungsvermittlung durch Makler oder die Regulierung der Leiharbeit. „In der Politik kommt es aber nicht nur darauf an, was am Ende rauskommt, sondern auch darauf, wer Lärm macht und wahrgenommen wird“, sagte der neue SPD-Kreisvorsitzende.

 

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